Das soziale Netzwerk Facebook beherrscht jetzt die Verschlüsslungstechnik PGP. Konkret können Nutzer bei ihren Kontakteinstellungen nun einen öffentlichen PGP-Schlüssel hinterlegen. Facebook sendet dann auf Wunsch alle E-Mails verschlüsselt an den Nutzer. Außerdem können Freunde diesen PGP-Key sehen und dann ebenfalls verschlüsselte Mails an den Nutzer senden. Facebook erklärt den Schritt in einer Notiz mit dem wachsenden Bedürfnis der Nutzer nach sicherer Kommunikation.
PGP heißt Pretty Good Privacy (deutsch etwa „ziemlich gute Privatsphäre) und ist eine Verschlüsselungstechnik. Jeder Nutzer braucht dazu einen öffentlichen und einen privaten Schlüssel (englisch: „key“). Man kann sich diese beiden Schlüssel vorstellen wie ein Vorhängeschloss mit dazugehörigem Schlüssel. Wenn jemand eine Nachricht versenden will, verschließt er sie mit dem Vorhängeschloss, dem öffentlichen Key. Nur der Empfänger kann sie dann wieder mit dem passenden Schlüssel, seinem privaten (oder auch secret) Key öffnen. Dabei wird allerdings nicht die Nachricht selbst mit dem öffentlichen Schlüssel verschlüsselt, sondern ein zufällig generierter weiterer Schlüssel. Mit diesem wird dann die Nachricht verschlüsselt. Das System setzt aber voraus, dass man den öffentlichen Schlüssel der Person kennt, die man anschreiben möchte. Es gibt allerdings keine zentrale Stelle, an der diese Schlüssel zu finden sind (und das ist auch Absicht). Die Initiative von Facebook macht so die Nutzung von PGP also etwas einfacher, wenn viele Menschen ihre PGP-Schlüssel dort speichern und so öffentlich zugänglich.