3 Alternativen zu Google Docs

Das Online-Office-Paket von Google ist beliebt – kein Wunder. Im Cloudservice Google Drive versteckt sich neben der Dateisynchronisation auch eine vollwertige Office-Suite für Textdaten, Tabellen und Präsentationen. Der Clou: Mehrere Personen können gleichzeitig an den Dokumenten arbeiten. Und das alles auch noch kostenlos. Seit den Enthüllungen von Edward Snowden ist jedoch bekannt, dass die NSA im Rahmen des PRISM-Programms massiv Daten von Google und anderen amerikanischen Internetunternehmen abzapft.

Auch vorher war nicht auszuschließen, dass Google selbst die Daten analysiert. Lange Zeit schien aber in Sachen Benutzerfreundlichkeit kein Weg an Google Docs, Tabellen und Präsentationen vorbeizuführen. Inzwischen ist das etwas anders: Hier sind drei Alternativen, die es mit dem Datenschutz genauer nehmen:

Etherpad und Ethercalc

Schon lange auf dem Markt ist die kollaborative Textsoftware Etherpad. Hier kann man sogenannte Pads, also Texte, anlegen und mit mehreren Nutzern gleichzeitig bearbeiten. Es handelt sich dabei um ein Programm, das auch einem eigenen Server betrieben werden kann. Alternativ stellen auch einige Institutionen Etherpad-Installationen zur allgemeinen Nutzung zur Verfügung, etwa der Medienpädagogik-Blogger Tobias Albers-Heinemann oder die Piratenpartei. Bei letzterer kann man sogar Teams anlegen, die dann mehrere Pads, also Texte, verwalten. Das Pendant für Tabellen heißt Ethercalc und funktioniert nach dem gleichen Muster. Hier bietet der Entwickler selbst eine Installation zur kostenlosen Nutzung an. Vollkommene Kontrolle über seine Daten hat auch hier natürlich nur, wer auf seinem eigenen Server hostet.

D-Book

Ein exotischer Vertreter im kollaborativen Schreiben ist D-Book. Das Berliner Startup hat sich auf lange Dokumente spezialisiert und bietet mit Abstand die meisten Funktionen der vorgestellten Alternativen. Es gibt eine ausführliche Versionierung und eine ebenso umfangreiche Rechteverwaltung für die Mitschreiber. Die Art, ein Dokument zu bearbeiten, unterscheidet sich dafür allerdings auch deutlich von bekannten Office-Programmen. Ein kleiner Nachteil: Es handelt sich um den einzigen Dienst, den man nicht auf seinem eigenen Server installieren kann. Jeder Nutzer muss sich also auf die Verschwiegenheit des Dienstes verlassen. Auch an den Preisen wird deutlich, dass sich der Dienst vor allem an professionelle Kunden richtet: Die kostenlose Variante lässt drei Texte zu, danach geht es ab 9,90 € im Monat los.

Owncloud

Owncloud ist vor allem als Ersatz für Dateisynchronisationsdienste wie Dropbox oder Google Drive bekannt. Doch seit Version 8 gibt es auch eine App für kollaboratives Arbeiten an Textdokumenten. Auch Owncloud eignet sich gut, um es auf einem eigenen Server zu installieren. Das geht auch vergleichsweise leicht. Außerdem gibt es inzwischen zahlreiche kommerzielle Anbieter, die Owncloud-Installationen verkaufen oder begrenzten Speicherplatz kostenlos zur Verfügung stellen. Anbieter aus Deutschland unterliegen damit immerhin dem deutschen Datenschutzrecht.

Lukas Herzog

Lukas Herzog studiert den Masterstudiengang Journalismus an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit vielen Jahren engagiert er sich außerdem in den Offenen Kanälen in Rheinland-Pfalz und arbeitet als Moderator und Referent – unter anderem für die Silver-Surfer-Kursreihe und das Bildungszentrum Bürgermedien e.V. Mit Überwachung beschäftigt er sich seit Edward Snowdens Enthüllungen und versucht den betroffenen Diensten seitdem den Rücken zu kehren...

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